SCHWARZ. WEISS. DENKEN!

Schwarz/Weiß-Denken hat keinen guten Ruf. Das hat gute Gründe. Denn die kompromisslose Einteilung in „Wir“ und „die“, „Freund“ und „Feind“, „Gut“ und „Böse“ führt nachweislich zu Intoleranz und Ausgrenzung. Schwarz/Weiß-Denken kann sogar die Grundlage für extremistische Haltungen bilden. Der Forschungspsychologe Kevin Dutton zeigt in seinem Buch „SCHWARZ. WEISS. DENKEN!“ warum Menschen so empfänglich für dieses Denkmuster sind und was man tun kann, um es zu überwinden.

In prähistorischer Zeit war es hilfreich, die von uns wahrgenommene Umwelt in „gefährlich“ oder „ungefährlich“ einzuteilen. Das musste außerdem schnell passieren, ein Fehler hätte den Tod bedeutet. Kevin Dutton beschreibt, wie sich diese Notwendigkeit mit dem Auftauchen von Bewusstsein, Sprache und Kultur veränderte. Evolutionsgeschichtlich gibt es diesen Zustand noch nicht lange und deswegen wurde aus dieser Perspektive sehr plötzlich eine differenziertere Sichtweise unverzichtbar. Bis Heute sind wir noch nicht an diese „neuen“ Gegebenheiten angepasst.

Das bedeutet also, dass das binäre Schwarz/Weiß-Denkmuster immer noch in unseren Köpfen herum spukt. Das liegt daran, dass wir nach wie vor nach Vereinfachung streben und unsere Umwelt gerne in Kategorien einteilen, die sich scharf von einander abgrenzen lassen. Auf den ersten Blick scheint das unser Leben oft einfacher zu machen. Dieser Eindruck ist allerdings falsch, wie der Psychologe Kevin Dutton in seinem Buch ausführlich erklärt. Im Interview mit GQ (Link weiter unten) bringt er es sogar so auf den Punkt: Wir „werden dadurch aber zu Arschlöchern“.

Doch bei genauerer Betrachtung lässt sich feststellen, dass unser Wunsch nach Vereinfachung zu vielen Fehlurteilen führt. Letztlich macht das binäre Denkmuster es uns also nicht leichter, unsere Wahrnehmung zu zu ordnen, sondern schwerer. Außerdem macht es uns anfällig für Populismus und Fake News. Zumindest dann, wenn wir uns der Schwächen unseres Denkens nicht bewusst werden. Kevin Dutton führt viele eindrucksvolle Beispiele an, angefangen bei Corona über den Brexit bis hin zu Beispielen für Ausländerfeindlichkeit.

Belegen kann Kevin Dutton seine These anhand vieler Versuchsreihen und Studien, die er selbst durchgeführt hat oder die von Kollegen angefertigt worden sind. Er zeigt etwa, wie die Brexit-Kampagne uralte Ressentiments bedient hat und dadurch erfolgreich werden konnte. Auch Dank seiner Tätigkeit als Coach für Spitzensportler kann er eindrucksvolle Beispiele anführen, wie sich Menschen Dank psychologischer Tricks manipulieren lassen können. Andererseits beschreibt er, dass Kategorisierungen auch hilfreich sein können. Ausführlich zeigt er zum Beispiel, wie dadurch ein Mörder überführt werden konnte.

Insgesamt hat das Buch SCHWARZ. WEISS. DENKEN! einen sehr hohen Praxisbezug. Es ermöglicht Einblicke, wie im Bereich Psychologie geforscht wird. Außerdem ist es Dank seiner zahlreichen spektakulären Anekdoten sehr unterhaltsam zu lesen. Ich würde sogar sagen, dass es Kevin Dutton gelingt, wissenschaftliche Fakten so zu vermitteln, dass sie jeder verstehen kann. Außerdem gibt er viele leicht verständliche Tipps für die praktische Anwendung im Alltag. Das alles macht das Buch unbedingt empfehlenswert.

Weiterführende Links:

https://www.dtv.de/buch/kevin-dutton-schwarz-weiss-denken-28245/

https://www.gq-magazin.de/lifestyle/artikel/psychologe-kevin-dutton-im-gq-interview-warum-wir-schwarz-weiss-denken-und-was-wir-dagegen-tun-konnen

A Code of Diversity

Das Escape-Games “ A Code of Diversity“ haben wir im Rahmen des Game Jam der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) entwickelt. Alle Games sollten einen Bezug zum Thema ‚Gender‘ haben. Wir hatten von der Idee über das Konzept bis hin zur Umsetzung nur 1 1/2 Tage Zeit. Dabei heraus gekommen ist immerhin ein spielbarer Prototyp, den jeder ausprobieren kann. Außerdem hat es natürlich viel Spaß gemacht.

Kurzbeschreibung des Games:

„Du hast nach einer tollen Party auf dem Sofa deiner Freunde geschlafen. Nach dem Aufwachen stellst du fest, dass alle anderen schon weg sind und die Tür durch einen Code gesichert ist. Sieh dich um, finde die Hinweise, lerne diverse historische Persönlichkeiten kennen und entdecke die richtige Kombination“.

Ein Escape Room von Susanne, Julis, Lissy, ManuK, mari_yamyam, Kari, nicki#2050, und Eva/Variemaa im Rahmen des GameJam2021 der bpb, erstellt mit GDevelop.

A Code of Diversity bei itch.io spielen

The Lives and Loves of Images

Die Biennale für aktuelle Fotografie zieht mit ihrem Programm aus Ausstellungen, Vorträgen, Diskussionen und Workshops alle zwei Jahre ein großes Publikum in der Rhein–Main–Region an. Auch in diesem Jahr ist das von David Campany kuratierte Programm unter dem Titel „The Lives and Loves of Images“ wieder vielversprechend gestartet, doch dann mussten wegen der Corona–Krise alle Ausstellungen geschlossen, viele Veranstaltungen abgesagt und insgesamt umdisponiert werden. Susanne Braun hat sich virtuell umgesehen und mit Yasmin Meinicke, der Geschäftsführerin der Biennale für aktuelle Fotografie, gesprochen.

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Hilfe für lokale Medien

Das Media Lab Bayern veröffentlicht auf seiner Webseite Tools und Formatideen, die Hilfe für lokale Medien bei der Berichterstattung während der Corona-Pandemie bieten können. Die Ideen stehen zum kostenlosen Download bereit.

Wir freuen uns sehr, dass wir auch einen Beitrag beisteuern konnten. Wir haben aus Umfragen und Recherchen ein paar Tipps und Tools zusammen gestellt, wie Informationen inklusiver werden können. 

Alle zur Verfügung stehenden Tools und Formatideen zum kostenlosen Download findet Ihr hier: https://www.media-lab.de/open-innovation-challenge-loesungen#categorie

Interview Nordic Design

Ausgehend von Avantgarde–Strömungen wie dem Bauhaus entwickeln Künstler aus den skandinavischen Ländern eigene Design–Ideen. Das Bröhan–Museum in Berlin zeigt eine Ausstellung, die sich speziell diesem »Nordic Design« widmet. Interview mit Dr. Tobias Hoffmann – Direktor des Bröhan–Museums und Kurator der Ausstellung – zu Entstehung und Besonderheiten dieser Stile:

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In der Nordic Design-Ausstellung