Interview Virve Sutinen

Jedes Jahr im Sommer bereichert das Festival »Tanz im August« rund vier Wochen lang die Stadt Berlin mit Tanzperformances, Installationen, Diskussionen, Tanz-Partys und vielem mehr. Susanne Braun hat mit der Künstlerischen Leiterin, Virve Sutinen, über die Besonderheiten des Festivals, Tanz als Ausdrucksform sowie die Tanz-Legende Deborah Hay gesprochen, der »Tanz im August« in diesem Jahr eine Retrospektive widmet. Das Interview liegt auf Deutsch und Englisch vor.

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„Die Grosse“ in Düsseldorf

Jedes Jahr im Sommer zeigt das Museum Kunstpalast in Düsseldorf »Die Große«. Sie ist eine der ganz wenigen Ausstellungen, bei der die Museumsbesucher*innen die ausgestellten Werke auch kaufen können. Etabliert hat sich dieses Ausstellungsformat bereits im Jahr 1902. Durch die Einnahmen aus dem Verkauf der Kunstwerke konnten die Baukosten des gerade errichteten Kunstpalasts schon nach kurzer Zeit an die Anteilseigner zurückgezahlt werden. Werke von Paul Cézanne, Auguste Rodin, K.O. Götz, Neo Rauch und vielen anderen renommierten Künstlern wurden auf der »Großen« bereits ausgestellt. In diesem Jahr sind insgesamt 121 Künstler dabei. Gezeigt werden Arbeiten aus den Bereichen Malerei, Fotografie, Grafik, Bildhauerei, Installation und Video. 

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Klingende Kunst: Interview Isabel Hufschmidt

Kuratorin Isabel Hufschmidt im Gespräch

Im Museum Folkwang hat im Mai das internationale Symposium zum Klang in der Kunst »Can You Hear Me Knocking?« statt gefunden. Hier wurden aktuelle Entwicklungen der Klang–Kunst bzw. Sound Art diskutiert, auch als Ergänzung zur Ausstellung »Christian Jendreiko & Gäste. Lust & Rätsel«. Kuratorin Dr. Isabel Hufschmidt spricht im Interview mit Susanne Braun über Klang–Kunst bzw. Sound Art in Institutionen sowie ihren Erfahrungen mit diesem Ausstellungsschwerpunkt.

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Young-Jae Lee: Körper zu Körper

Die Bauhaus–Idee hat Anfang des 20. Jahrhunderts auch die Kunstszene in Westdeutschland maßgeblich geprägt. In Essen wird beispielsweise die Künstlersiedlung Margarethenhöhe errichtet, die Künstlern ganz unterschiedlicher Richtungen Lebens– und Arbeitsstätte war. Ähnlich wie am Staatl. Bauhaus in Weimar gehörte zur Künstlersiedlung »Margarethenhöhe« auch eine Keramische Werkstatt. Heute hat die aus Südkorea stammende Künstlerin Young–Jae Lee (*1951) die Werkstatt übernommen, ihre Werke stehen in der Tradition der Bauhaus–Ästhetik. Anlässlich des Jubiläums »100 Jahre Bauhaus« zeigen zwei Ausstellungen – eine im Museum Folkwang und eine auf dem Gelände des UNESCO–Welterbes Zollverein – die handwerklich hergestellten Stücke.

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Naturfreibad Mettmann

Bereits der Weg zum Naturfreibad Mettmann ist reine Erholung. Von der S-Bahn-Haltestelle „Mettmann Stadtwald“ geht es zu Fuß durch den Stadtwald mit Bäumen, idyllischen Seen und einem plätschernden Bach. Dieses Video liefert den Beweis:

Mit einem Klick auf das Bild ist das Video bei YouTube abrufbar: https://youtu.be/Rc6wi9st3TM

Das Naturfreibad in Mettmann ist ein nach ökologischen Gesichtspunkten gestaltetes Freibad, das ganz ohne Chlor oder sonstige Chemie auskommt. Dadurch kann nicht nur Geld eingespart werden, das Wasser ist auch für Allergiker geeignet. Erwärmt wird das Wasser des Freibads mit Sonnenenergie.

Im Naturfreibad ist es wie am Strand: Besucher können sich Strandkörbe mieten und Kinder im Sand buddeln und Burgen bauen. Außerdem gibt es eine 80 Meter lange Rutsche, ein sonnensegelgeschütztes Planschbecken, sowie eine naturnahe Sprungklippe. Auch Sportler kommen im Naturfreibad auf ihre Kosten: Das Becken ist sogar für Wettkämpfe geeignet.

Infos über Öffnungszeiten, Eintrittspreise und mehr unter: www.mettmann.de/naturfreibad

Das Ruhr Ding: Territorien

Die Stationen des neuen Ausstellungsformats „Das Ruhr Ding: Territorien“ von „Urbane Künste Ruhr“ befinden sich gleich in vier Städten: in Essen, Oberhausen, Bochum und Dortmund. An Hauswänden, in einem ehemaligen Möbelgeschäft, an einem renaturierten Fluss, in einer Trauerhalle, einem Industriedenkmal oder schlicht auf einem asphaltierten Platz wird Kunst nicht nur erfahrbar, sondern lädt die Besucher oft auch zum Mitmachen ein. Im besten Falle erleben die Besucher so hautnah, was das Ruhrgebiet früher und heute ausmacht: das »Ruhr Ding« eben. Ich habe für PortalKunstgeschichte unterschiedliche Stationen besucht:

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Das Foto oben zeigt einen Gang durch den Ruhrtunnel in Essen, auch eine Station der Ausstellung „Das Ruhr Ding: Territorien“. Mehr Fotos und Videos gibt es bei Instagram

Signatur und Selbstbild

Es ist vor allen Dingen die Signatur, mit der sich ein Künstler als Urheber eines Werkes zu erkennen gibt und die das Kunstwerk in verschiedene Zusammenhänge, wie die Biografie des Künstlers, andere Werke oder auch ein bestimmtes Image, stellt. In dem von Sebastian Karnatz und Nico Kirchberger herausgegebenen Buch »Signatur und Selbstbild. Die Rolle des Künstlers vom Mittelalter bis in die Gegenwart« zeigen Expertinnen und Experten nicht nur eine Art Geschichte des Urheberrechts, sondern eröffnen viele spannende Facetten im Verhältnis von Künstler, Werk und Rezeption durch mehrere Jahrhunderte. Susanne Braun hat ein, über weite Strecken sehr unterhaltsames Buch mit vielen spannenden Anekdoten gelesen.

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Lettland 1918-2018

Am 26. Mai findet die Wahl für das EU-Parlament statt. Ein guter Grund, sich mit einem der EU-Mitgliedsländer eingehend zu befassen: Lettland. Und da das Baltikum in seiner kulturellen Entwicklung sehr eng miteinander verbunden ist, befasst sich das Buch „Lettland 1918-2018. Ein Jahrhundert Staatlichkeit“ auch immer ein wenig mit den beiden andern baltischen Staaten Litauen und Estland. 

In dem Buch unterziehen vorwiegend lettische Experten, aber auch einige Wissenschaftler aus Dänemark und Deutschland, die jüngere Vergangenheit einer genauen Analyse. Sie beginnen mit den Anfängen der Demokratie-Bewegung Ende des 19. sowie Anfang des 20. Jahrhunderts und kommentieren die politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Ereignisse bis zur Erlangung der Mitgliedschaft in der Europäischen Union im Zuge der EU-Osterweiterung im Jahr 2004. 

Lettland 1918-2018: Karte Lettland und Umgebung
Lettland und Umgebung, Quelle: GoogleMaps

Besonders interessant ist die Darstellung der engen Verbindung Rigas, der Hauptstadt Lettlands, mit der Hanse und damit auch zu Deutschland. Riga, im Jahr 1201 gegründet, ist als eine der wichtigsten Handelsstädte im Ostseeraum auch stark von deutschen Einflüssen geprägt worden. Bis Anfang des 20. Jahrhunderts war Deutsch sogar Amtssprache in Lettland. Doch im Zuge der Demokratie-Bewegung gewannen die lettische Sprache und Kultur immer mehr an Bedeutung. 

Sehr bemerkenswert ist, dass die Autoren sich alle um einen sehr sachlichen Tonfall bei der Bewertung der historischen Ereignisse bemühen. Anschaulich und mit vielen spannenden Anekdoten wissen sie die vielen Facetten eines Landes und einer Region zu skizzieren, die eigentlich viel mehr Aufmerksamkeit verdient hätte. 

Ivar Ijabs, Jan Kusber, Ilgvars Misans, Erwin Oberländer (Hg.): Lettland 1918-2018. Ein Jahrhundert Staatlichkeit. Verlag Ferdinand Schöningh 2018.

Informationen über Lettland für Touristen (auf Deutsch): www.latvia.travel

Informationen des Europäischen Parlaments zur EU-Wahl am 26. Mai

Wild wild Grammar

Das European Media Art Festival (emaf) in Osnabrück ist mittlerweile eines der wichtigsten Medienkunstfestivals in Deutschland. Es eröffnet einmal im Jahr einen kritischen Blick auf die aktuelle gesellschaftliche Lage.

War das emaf zu Beginn Anfang der 1980er Jahre noch ein Experimentalfilm-Festival, bietet es mittlerweile außerdem Performances, Talks, dem Media-Campus INIT für NachwuchskünsterInnen sowie einer regelmäßigen Ausstellung in der Kunsthalle Osnabrück eine Plattform. Hier ein paar Eindrücke aus der Ausstellung »Wild wild Grammar«, die sich mit der Kommunikation in einer global vernetzten Welt auseinandersetzt:

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Florian Arnold: Logik des Entwerfens

Im Zuge der Digitalisierung sind Begriffe wie Design und Design Thinking wieder stark in den Vordergrund gerückt. Kluge Konzepte sollen nicht nur digitale Technologie in ihre Strategien mit einbeziehen, sondern die Welt nach Möglichkeit auch ein kleines bisschen besser machen. Vorbild ist laut Digital Design Manifest, das im Rahmen eines Bitkom-Arbeitskreises entstanden ist, das Bauhaus. In der Art wie der Architekt am Bauhaus mit möglichst vielen gestalterischen Kompetenzen ausgestattet wurde, soll jetzt der Digital Designer dafür sorgen, dass die Vielzahl an vorhandenen Gestaltungsmöglichkeiten optimal genutzt werden können. Doch was genau ist eigentlich Design und wo kommt es her?

Design als Weltanschauung

Florian Arnold hat sich in „Logik des Entwerfens“ auf die Spuren der Gestaltung der Welt durch den Menschen gemacht. Der Philosoph stellt in seiner Untersuchung fest, dass die Versuche des Menschen, die Umwelt zu seinem Vorteil zu verändern und zu optimieren, vermutlich schon so alt sind, wie die Menschheit selbst. Seine Untersuchung ergibt eine enge Verwandtschaft des Designers mit dem Künstler und dem Philosophen. Sie alle versuchen sich daran, die Welt zu erkennen und sie mit den jeweils eigenen Mitteln zu beschreiben und oft auch zu optimieren.

Wege zur Erkenntnis

Beginnend mit dem Begriff des disegno bei Giorgio Vasari verortet Arnold den Designer zunächst in der Nähe des Renaissance-Künstlers, der sich bei der Betrachtung der Welt auf die Suche nach dem ästhetischen Ideal begibt. Auch hier geht der Entwurf – und sei er auch nur rein geistiger Natur – der Ausführung des eigenen Systems voraus. Weiterhin beschreibt Arnold Wege zur Erkenntnis bei Immanuel Kant, dessen philosophisches System aus seiner Sicht „das Paradigma einer funktionalistisch-maschinell orientieren Denkweise“ darstellt. Schließlich gelangt er zur Analyse der Realität der Dinge bei Martin Heidegger. Sie mündet in einer Kritik an der modernen Massenproduktion, die dem Einzelnen zu selten die für ihn passenden Objekte liefert. Für Arnold stellt es sich letztlich so dar, dass Gestaltung und Design eine Sprache für sich bilden. Da sie im Allgemeinen das Ergebnis einer umfangreichen Analyse sind, lassen sie sich auch immer als ein Kommentar zum Zustand der (Um-)Welt verstehen.

Keine entindividualisierte Massenware

Florian Arnold weiß seine Thesen im Detail schlüssig darzulegen und so ist ihm ein spannendes und lesenswertes Buch gelungen. Gerade Einleitung und Schluss sind auch für Leser interessant, denen philosophisches Denken nicht so vertraut ist. Ein wenig zu einseitig scheint mir sein Blick auf das Bauhaus geraten zu sein. Beispielsweise in dem autobiografischen Text Hürdenlauf durch das 20. Jahrhundert, der in Werner Graeff. Ein Bauhauskünstler berichtet erschienen ist, lässt sich nachlesen, dass es dem Bauhaus und seinen Protagonisten um weit mehr als die Produktion möglichst entindividualisierter Massenware ging.