emaf 18: Anwendungsmöglichkeiten von Kunst auf das Leben

emaf 18: Blick in die Ausstellung in der Kunsthalle Osnabrück

Jedes Jahr widmet sich das European Media Art Festival (emaf) in Film, Ausstellung, Workshop und Diskussion einem Thema an der Schnittstelle von Kunst und Gesellschaft. Beim emaf 18 ging es unter der Überschrift “Report – Notizen aus der Wirklichkeit” um die Beziehung zwischen Kunst und Journalismus. 

Fester Bestandteil des emaf ist die Ausstellung in der Kunsthalle Osnabrück, die meist rund vier Wochen lang zu sehen ist. Im Zentrum der diesjährigen Ausstellung stand “Das Kongo Tribunal” Künstlers und Regisseurs Milo Rau in Film, Buch und Interview. Opfer und Täter des Bürgerkriegs im Kongo berichten vor einer Theater-Jury von ihren Erfahrungen. Kann ein Theaterstück dabei helfen, die Rolle der Bürgerkriegsparteien offen zu legen?

Den ganzen Artikel bei portalkunstgeschichte.de lesen

Workshop Comic-Journalismus

Comic-Journalismus: Ausschnitt aus dem Comic "Lady Ada Lovelace im Arithmeum in Bonn"

Die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) hat im März einen Workshop zum Thema Comic-Journalismus in Bonn angeboten. Es gab zunächst eine theoretische Einführung und dann haben wir im praktischen Teil des Workshops selbst einen Comic erarbeitet. Inhaltliche Vorgabe war, dass unsere Comics etwas mit der Stadt Bonn zu tun haben sollten. 

Gemeinsam mit dem Zeichner Daniel Herrmann habe ich das Arithmeum in Bonn besucht. Hier wird die Geschichte der Rechenmaschinen von den ersten mechanischen Geräten bis hin zum modernen Computer in einer Dauerausstellung gezeigt:

Wir hatten dort nicht von ungefähr eine Begegnung mit Lady Ada Lovelace, denn sie gilt als erste Programmiererin überhaupt.  Exemplarisch haben wir das Erlebnis in unserem Comic festgehalten:

Hier den ganzen Comic auf der Webseite des Deutschen Comic-Vereins lesen 

“Don’t Kiss Ray” von Susanne Mischke

Buchcover "Don't Kiss Ray" von Susanne Mischke

In Don’t Kiss Ray von Bestseller-Autorin Susanne Mischke fährt die fünfzehnjährige Jill zum ersten Mal zusammen mit ihren Freunden zu einem mehrtägigen Open-Air-Festival. Jill interessiert sich eigentlich nicht besonders für Musik und erfährt meist erst kurz vor dem Auftritt von ihren Freunden, wer gleich wo spielen wird. Umso erstaunlicher, dass ausgerechnet Jill eine ganz besondere Bekanntschaft macht: Sie trifft Ray, den Sänger einer der aktuell bekanntesten Teenie-Bands, vor einem Waffelstand. Natürlich ahnt sie nicht einmal, wer er ist, als sie ihn anmotzt, dass er sich nicht vordrängeln soll und schließlich mit ihm ins Gespräch kommt.

Liebe auf den zweiten Blick

Zu Jills großer Enttäuschung macht ein heftiges Unwetter das für später geplante Date zu Nichte. Doch nachdem das Festivalgelände verwüstet und in eine Schlammlandschaft verwandelt worden ist, freuen sich Jill und ihre Freunde, dass die wichtigste Band des Festivals doch noch auftreten kann. Allerdings könnte Jills Überraschung kaum größer sein, als ausgerechnet der Sänger, der alle Mädchen zum Kreischen bringt,  öffentlich einem “Mädchen mit der Puderzuckernase” ein Treffen vorschlägt. Damit kann nur Jill gemeint sein und der Sänger auf der Bühne entpuppt sich als der Typ vom Waffelstand.

Plötzlich wissen alle, wer sie ist

Als Jill Ray nach dem Konzert treffen will, gibt es bei den vielen sexy gekleideten Mädchen kein Durchkommen. Schließlich fahren Jill und ihre Freunde, die mittlerweile genauso erpicht auf ein Kennenlernen mit Ray sind, enttäuscht wieder nach Hause. Doch als plötzlich ein Handy-Foto von Ray und Jill im Internetforum der Band auftaucht, ist nichts mehr so, wie vorher. Jill wird erkannt und erhält Hasskommentare in sozialen Netzwerken, wird in der Schule geschnitten und es lauern ihr gewaltbereite Mädchen auf dem Schulweg und vor der Haustür auf. Auch Jills Familie und Freunde werden in den Konflikt hineingezogen.

Er darf offiziell keine Freundin haben

Doch auch Ray bringen die Fotos aus dem Band-Forum in Schwierigkeiten. Laut Vertrag darf Ray gar keine Freundin haben. Rays Manager ist der Meinung, dass sich das negativ auf die Verkaufszahlen auswirken könnte. Angesichts der vielen verärgerten Postings im Forum fühlt er sich bestätigt und verlangt von Ray, dass er den Kontakt zu Jill abbricht. Doch nach vielen Enttäuschungen, Missverständnissen und Heimlichtuereien gibt es für Ray und Jill ein Happy End.

So etwas könnte Jedem passieren

Jills Geschichte mag auf den ersten Blick ungewöhnlich klingen, ist  es aber nicht. Laut der EU-Initiative für mehr Sicherheit im Netz klicksafe.de kennt jeder dritte Jugendliche zwischen 12 und 19 Jahren jemanden, der schon einmal gemobbt worden ist. Tatsächlich sind viele Erfahrungen, die die Protagonistin Jill macht, ganz typisch und treten bei vielen (Cyber-)Mobbing-Opfern auf. Da Täter die Reaktionen ihrer Opfer auf Schikane oder Verleumdungen nicht sehen können und ihnen das Ausmaß des angerichteten Schadens nicht klar wird, agieren sie laut klicksafe.de im Netz oft besonders brutal. Auch die Protagonistin Jill kennt die meisten ihrer Peiniger nicht persönlich. Gespräche sind mit den Verfolgern meist nicht möglich und ihre Familie weiß sich nicht anders zu helfen, als die ungebetenen Gäste mit dem Gartenschlauch zu vertreiben. 

Der Roman hat auch Schwächen

Obwohl die Geschichte von Jill sehr anschaulich und realitätsnah dargesellt wird, gibt es in der Erzählung einige logische Brüche. Unverständlich bleibt, wie der angeblich pausenlos von aufdringlichen Fans umlagerte Ray unbemerkt zu einem Waffelstand gelangen und dort auch noch ein Gespräch beginnen konnte, ohne von Fans gestört zu werden. Auch die Beschreibungen Rays und seiner Motive –  im Roman wird immer wieder zwischen den Perspektiven von Jill und Ray gewechselt – wirken oft reichlich oberlehrerhaft. Susanne Mischke versucht hier vermutlich etwas, das ihr in Bezug auf den Charakter Jill sehr gut gelingt, auch bei der Figur Ray: Sie möchte erklären, wie erfolgreiche Musiker so sind. In Rays Fall ist das ein nachdenklicher, einsamer Teenager mit tollem Aussehen und vielen außergewöhnlichen Fähigkeiten – alles in allem ein sehr vorzeigbares Beispiel “natürlicher Auslese”. Das alles wirkt oft zu aufgesetzt und blutleer.

Weitere Informationen zum Thema (Cyber-)Mobbing: 

klicksafe.de: (Cyber)Mobbing: Was ist das?

Sueddeutsche.de: So kämpfen Schulen gegen Mobbing

Spiegel.de: Jeder achte Jugendliche ist betroffen

Beratungsstelle der Polizei

“Das Blackbox Prinzip” von Matthew Syed

Buchcover "Das Blackbox Prinzip" von Matthew Syed

Matthew Syed sucht in Das Blackbox Prinzip. Warum Fehler uns weiter bringen nach Lösungen. Leidenschaftlich sucht er in ganz unterschiedlichen Bereichen danach, wie aus Fehlern zumindest gelernt werden kann und sich Innovationen erzielen lassen. Dazu nimmt er seine Leser mit auf die Suche nach den Gründen für spektaktuläre Flugzeug-Abstürze oder den überraschenden Tod von Elaine Bromiley. Sie war eine glücklich verheiratete Mutter von zwei Kindern, die ganz unerwartet eine Routine-Operation im Krankenhaus nicht überlebte. Genauso packend beschreibt er, wie es James Dyson nach vielen Rückschlägen doch noch gelang, ein innovatives Staubsauger-Prinzip zu entwickeln oder sich schließlich Investoren für ein Projekt finden ließen, das heute Dropbox heißt.

Innovationen durch Analyse von Fehlern

Für Matthew Syed ist ein Kulturwandel nötig, um bessere Ergebnisse zu erreichen. Passieren schwerwiegende Fehler, soll künftig noch mehr als bisher eine genaue Aufarbeitung stattfinden: Schonungslos und vor allen Dingen vollkommen ohne Rücksicht auf Hierarchien, Eitelkeiten oder sonstige Faktoren, die zu einer Verschleierung der Probleme führen könnten. Seiner Ansicht nach lässt sich nur so nachvollziehen, wie und wodurch genau die Fehler entstanden sind. Bestes bereits praktiziertes Beispiel ist für Matthew Syed die Vorgehensweise in der Luftfahrtindustrie:

“Die Haltung der Luftfahrtindustrie ist beeindruckend und ungewöhnlich. Jedes Flugezeug ist mit zwei fast unzerstörbaren Blackboxes ausgestattet, von denen eine die Anweisungen aufzeichnet, die andere die Unterhaltungen und Geräusche im Cockpit. Gibt es einen Unfall, werden die Daten analysiert” 

Die Anwendung dieses Blackbox Prinzips könnte in Matthew Syeds Augen etwa in Krankenhäusern hilfreich sein, da nach seinen Recherchen vermeidbare Behandlungsfehler die dritthäufigste Todesursache in den Vereinigten Staaten sind. Doch die Ereignisse werden viel zu oft nicht schonunglos aufgeklärt, da die Angst überwiegt. Matthew Syed geht es bei seinem Plädoyer für die möglichst lückenlose Aufarbeitung ausdrücklich nicht um Schuldzuweisungen, einseitige Verurteilungen oder gar darum, einen Sündenbock zu finden:

“…das Problem sind nicht nur die Folgendes Versagens, sondern auch die Einstellung dazu. Im Gesundheitswesen wird Kompetenz oft mit klinischer Perfektion gleichgesetzt. Fehler zu machen, so denkt man, zeugt von Unfähigkeit. Die Vorstellung zu versagen, ist bedrohlich” 

Für Matthew Syed sind Misserfolge etwas ganz alltägliches und etwas, das wir alle manchmal erdulden müssen. Er hofft, dass durch eine verbesserte Handhabung schwere Fehler zumindest in Zukunft besser vermieden werden können. Begnügen sich die Ermittler mit einseitigen Schuldzuweisungen, erreichen sie nach Matthew Syeds Recherchen allenfalls, dass sich niemand mehr traut, sich schwieriger Fälle anzunehmen. Fehler sind insofern insgesamt für ihn kein Makel, sondern ein Potential, aus dem sich neue und bessere Lösungen ablesen lassen:

“Medizinische Behandlungsfehler unterlaufen in der Regel nicht dann, wenn Kliniker gelangweilt oder faul oder niederträchtig sind, sondern weil sie mit der Gewissenhaftigkeit und Sorgfalt arbeiten, die man von der Ärzteschaft erwarten würde”

Matthew Syed ist nicht so naiv zu glauben, dass eine genaue Analyse zwingend klare Lösungen für die bestehenden Probleme ergeben muss. Er ist sich etwa der Grenzen der menschlichen Wahrnehmungs- und Konzentrationsfähigkeit durchaus bewusst und plädiert dafür, diese Faktoren in die Lösungsvorschläge mit einzubeziehen. Außerdem müssten alle Beteiligten  ermutigt werden, Fehler zuzugeben und an Lösungen mitzuarbeiten. Die richtigen Lehren aus der Analyse zu ziehen ist für Matthew Syed eine sehr anspruchsvolle und kreative Aufgabe, die sich aber unbedingt lohnt:

“Die erfolgreichsten Ermittler zeigen nicht nur die Bereitschaft, sich mit dem Vorfall zu beschäftigen, sie haben auch die analytischen Fähigkeiten und kreativen Einsichten, um die wichtigsten Lehren aus ihm zu ziehen. Tatsächlich ist die Verbesserung der Qualität und Differenziertheit von Ermittlungen laut vielen Luftfahrtexperten in den vergangenen Jahren eines der entscheidenden Kriterien für die Erhöhung der Sicherheit gewesen”

Matthew Syeds Buch liest sich über weite Strecken wie ein spannender Action-Thriller, insbesondere wenn er Beispiele aus der Luftfahrt schildert. Durch die ungemein lebendige und packende Erzählweise bringt der ehemaligen Tischtennis-Profi, der viermal englischer Meister war und heute für die ‘Times’ und die BBC arbeitet, seinen Lesern die Fälle ungemein nah. Sehr überzeugend wirkt dabei insbesondere seine Fähigkeit, die Sachverhalte sehr differenziert und aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten. Leider lässt diese Herangehensweise gegen Ende des Buches ein wenig nach und dennoch ist Das Blackbox Prinzip. Warum Fehler uns weiter bringen ein sehr lesenswertes Buch, nicht zuletzt auch weil es nach Ansicht von Matthew Syed nichts Geringeres als die Gründe für die Überlegenheit des kapitalistischen Wirtschaftssystems zu Tage fördert.

“Truck Tracks Ruhr” in Duisburg

Foto des Trucks, in dem Besucher bei "Truck Tracks Ruhr" unterwegs sind

Es ist eng und ich bekomme fast Platzangst. In der letzten Zuschauerreihe befindet sich unmittelbar vor mir eine Art Geländer, das mir fast bis zum Kinn reicht. Außerdem zwingt mich der Gurt zum sehr aufrechten Sitzen und meine Nachbarn lassen mir fast keine Bewegungsfreiheit. Während der Fahrt ruckelt der umgebaute LKW immer wieder und wir stoßen notgedrungen aneinander. Nein, wirklich bequem ist die Fahrt im Rahmen von ‚truck tracks ruhr‘ nicht. Trotzdem ärgere ich mich keinen Moment, dabei zu sein.

Ruckelige Fahrt ohne Bewegungsfreiheit

Wir sitzen quer im Truck. Vor uns Zuschauern befindet sich eine breite Leinwand, auf der die Straßen Duisburgs im Film zu sehen sind. Die Straßenzüge stammen nicht unbedingt aus den schönsten Gegenden Duisburgs: Restaurants, kleine Geschäfte, Kneipen – von grellbunt bis farblich eher zurückhaltend ist alles vertreten. Die chillige Musik übertönt das Motorengeräusch des Trucks weitestgehend. Ihre Wirkung ist tatsächlich entspannend und macht die Enge für mich erträglicher. Ich lasse die nach einer Weile monoton wirkenden Straßenzüge an mir vorbei ziehen.

Chillige Musik und Betonwüste

Immer wieder hält der Truck und die Leinwand wird hochgezogen. Fast jedes Mal zeigt sich dann ganz plötzlich ein unerwartetes Bild. In einem Fall stehen wir plötzlich vor einer Baustelle. Die im Film dokumentierten Straßen waren nicht wirklich schön, aber so unvermittelt wirkt die ‚Realität’, die sich uns Zuschauern angesichts dieser Betonwüste bietet, noch viel schlimmer. Die Musik wird unterbrochen und eine Geschichte ist zu hören. Ein Mann will an diesem Ort ein Tagebuch gefunden haben und liest es vor. Von Gewalt ist die Rede, von Missbrauch – Themen, die sonst nicht unbedingt so offen angesprochen werden. Der Vortragende zeigt sich unsicher, wie er die Worte betonen und welchen Sinn er ihnen damit geben soll. Schließlich bemüht er sich um eine maschinenartige Aussprache, von der er sich einen neutralen Klang erhofft.

Individualität und Gesichtslosigkeit

An anderer Stelle reflektiert ein Beitrag die “gesichtslose Masse” während wir durch die Scheiben des Trucks auf die Fußgängerzone Duisburgs sehen. Wir befinden uns in der Nähe einer Baustelle. Die Fußgänger müssen sich mühsam an einem Bauzaun vorbei durch einen kleinen Durchgang schlängeln und werden dabei in ihrer Individualität erkennbar.

Lagerfläche ohne Grün

Bei einem weiteren Halt des Trucks tut sich plötzlich der Blick auf eine Lagerfläche für Rohstoffe des Duisburger Hafens auf – häßlich, grau und ausgestorben. Im gesprochenen Beitrag wird das Grün der Bäume und Zwitschern der Vögel herauf beschworen, das an dieser Stelle fehlt. Die Stimme des Vortragenden nimmt dabei einen vorwurfsvollen Klang an. 

Ungewöhnlichkeit des scheinbar Vertrauten

Nur eine der insgesamt sieben Künstlerinnen und Künstler stammt aus Duisburg beziehungsweise dem Ruhrgebiet. Alle anderen werfen einen gänzlich fremden Blick auf die Stadt. Das passt gut, denn die ganze Tour stellt die Ungewöhnlichkeit des scheinbar vertrauten in den Mittelpunkt. Zentrales Thema ist das Alltagsleben in Duisburg, aber auch der Hafen samt des dort stattfindenden Strukturwandels. Dabei werden eben nicht, die besonders repräsentativen und bekannten Orte gezeigt, sondern diejenigen, die abseits liegen, leicht übersehen werden oder unangenehmes zu verbergen scheinen. Das wirkt auf mich oft angenehm ehrlich, manchmal auch schonungslos oder übertrieben.

Kontrast zwischen Film und Wirklichkeit

Besonders auffallend ist für mich der Kontrast zwischen den gefilmten und den von den eigenen Augen wahrgenommenen Bildern. Immer wieder fühle ich mich von den Bildern betrogen und habe den Eindruck, dass ich an einem Ort gelandet bin, auf den der Film mich nicht vorbereitet hat. Dabei wirkt die ‚Realität‘ des Films durchweg strahlender, farbenfroher, schöner und harmloser, als das, was mir die eigenen Augen zeigen. Ob schön oder nicht, provokant oder absurd – In jedem Fall regt diese ungewöhnliche Stadtrundfahrt auf vielen Ebenen dazu an, mal einen ganz frischen Blick auf Alltägliches zu wagen.

Foto: ©Volker Hartmann/Urbane Künste Ruhr

“Real Magic” von Forced Entertainment

Szene aus "Real Magic" von Forced Entertainment

In dem Stück “Real Magic” von der Experimentaltheatergruppe Forced Entertainment ist es ein bisschen wie im Zirkus oder in einer Fernseh-Quiz-Show zur besten Sendezeit: Ein Kandidat hat die Aufgabe, ‚nur’ ein einziges Wort zu erraten. Nicht irgendein Wort, sondern genau das Wort, das ein anderer sich gedanklich vorstellt und auf einem Pappschild geschrieben vor sich hochhält. Natürlich sind dem Rate-Kandidaten die Augen verbunden, so dass er das Wort auf der Pappe nicht lesen kann. Er muss ‚nur‘, wie der Spielleiter aufmunternd versichert, das eine Wort erraten, das aus Millionen von Wörtern ausgesucht worden und laut und deutlich auf der Pappe zu lesen ist. Der Kandidat windet sich in Unterwäsche und mit verbundenen Augen auf seinem Stuhl und rät. Leider ist die Antwort falsch, auch zwei weitere Versuche scheitern.

Mit dem Versagen wird immer sehr konstruktiv umgegangen. Es gibt keine Vorwürfe oder gar Beschimpfungen, statt dessen Bedauern und jede Menge Ermunterung: Dieses Mal hat der Kandidat es noch nicht geschafft, aber beim nächsten Versuch wird es bestimmt klappen. Alle drei Darsteller auf der Bühne werden nacheinander zum Spielleiter, Kandidaten oder gedanklichen Träger des zu erratenden Wortes, der selbstverständlich immer auch Halter des Pappschildes ist. Wie um die falschen Gedanken zu vertreiben und die richtigen heraufzubeschwören, wechseln Richard, Claire und Jerry immer wieder die äußere Erscheinung und treten mal in Unterwäsche, als haariger gelber Vogel mit und ohne Kopf oder in einem viel zu weiten Anzug und dunkler Langhaar-Perücke mit Pony an. Wieder und wieder versuchen die drei sich im Gedanken-Raten und der jeweilige Spielleiter gibt den geduldigen Animateur, während der Träger des Pappschildes sich zwar meist um eine möglichst ansprechende und kreative Zurschaustellung der Pappe bemüht, aber sonst eher gelangweilt um sich blickt. Oft muss er selbst nachsehen, was eigentlich auf dem Schild steht.

Erstaunlicherweise wird auch mit der Zeit das Gedankenraten nicht leichter. Immer durchdringender wird vor allen Dingen das künstliche Gelächter aus den Lautsprechern, auch weil das tatsächliche Lachen des Publikums immer lauter wird und das konservierte Gelächter vom Band verstärkt. Während dessen präsentieren die drei auf der Bühne zwischen den Rate-Runden kleine Tanzeinlagen, Striptease, kreative Bekleidungsideen oder demonstrieren anschaulich und eifrig, dass sich einem zotteligen Vogel mit riesigem Schnabel nicht mehr effektiv die Augen verbinden lassen.

Doch die Konstellation nimmt mehr und mehr absurde Züge an und erinnert zunehmend an ‚Warten auf Godot’: Wenn es nur käme, das richtige Ergebnis, dann müsste das Warten ein Ende haben und dann käme er wohl endlich, der mühsam verdiente Erfolg. Doch die Kandidaten tun sich nach wie vor schwer, sich von lieb gewonnenen Antworten zu trennen oder sich auch nur das Wort auf der Pappe zu merken, das sie ja eigentlich vor allen Dingen in Gedanken bei sich tragen sollten. All das gelingt ihnen nicht, obwohl sie doch eigentlich ‚nur‘ das richtige Wort unter Millionen anderer heraussuchen müssten, um die richtige Antwort zu geben und das Spiel zu beenden. Absurd?

Die Experimentaltheatergruppe Forced Entertainment hat sich im Jahr 1984 gegründet und ist seit zehn Jahren Koproduktionspartner von PACT Zollverein, Choreografisches Zentrum NRW. Erst kürzlich ist Forced Entertainment mit dem renommierten Henrik-Ibsen-Theaterpreis ausgezeichnet worden. In ihren Stücken bieten sie zuverlässig eine innovative Mischung aus Slapstick, Satire, anspruchsvollem Theater sowie Formaten der Massenmedien und verlieren den schwarzen Humor auch bei ernsten Themen nie ganz. “Real Magic” knüpft im besten Sinne an diese Serie an.

Foto: ©Hugo Glendinning

Indonesische Lyrik: Fremd und doch so nah

Indonesische Lyrik: Kendra gehört zu den wichtigsten Vertretern

Bei der Lesung im Literaturhaus Berlin wird der Text erst in der offiziellen indonesischen Landessprache Bahasa Indonesia gelesen, dann auf Deutsch. Die Eindrücke könnten unterschiedlicher kaum sein: Auf der einen Seite die sehr melodisch klingenden Worte, denen der vortragende Agus R. Sarjono mit viel Emphase Leben einhaucht und auf der anderen die deutsche Version. Die ganze Art des Vortrags ist anders, sie ist deutlich nüchterner und zurückhaltender, wodurch sie zumindest eher den hiesigen Gewohnheiten bei Lesungen entspricht. Doch es funktioniert trotzdem, vor allen Dingen auf der inhaltlichen Ebene.

Wie viele indonesische Gedichte, trägt auch ‚Die Predigt‘ stark narrative und absurde Züge. Die Schilderung eines Priesters, der verzweifelt versucht, der Menschenmasse in seiner Kirche zu erklären, dass er ihnen leider weder mit Rat noch Führung behilflich sein kann, bringt auch die deutschsprachigen Zuhörer zum Lachen. Das Gedicht gehört zu den bekanntesten, Verfasser ist der Lyriker, Dramatiker, Schauspieler und Regisseur Rendra. 2009 verstorben, wirkt die Arbeit des Modernisierers der indonesischen Kultur bis heute nach. „In Indonesien sind Lesungen sehr gut besucht“, erklärt der Übersetzer und Indonesien-Experte Berthold Damshäuser, „Rendra hat Lesungen vor gut 10.000 Menschen in Sportstadien gehalten. Die Indonesier sind gute Performer und nur sehr wenige rezitieren ihren Text nicht selbst. Außerdem gibt es dort kaum eine Veranstaltung, bei der nicht gelacht wird“. In Indonesien lassen sich nur sehr wenige gedruckte Bücher, dafür aber umso mehr Eintrittskarten für solche Lese-Performances verkaufen, die oft von Musik begleitet werden.

Das Äquatorarchipel Indonesien, das rund 17.000 Inseln mit vielen eigenen Sprachen und Traditionen umfasst, war jahrhundertelang eine niederländische Kolonie. Bis heute haben dort europäische Einflüsse neben arabischen, indischen und chinesischen Spuren hinterlassen, die sich auch in den Texten der von Berthold Damshäuser und Agus R. Sarjono herausgegebenen Lyrik-Anthologie Sprachfeuerentdecken lassen. Ein Gedicht von Sitor Situmorang etwa, das den Titel ‚Weimar‘ trägt, dreht sich um das bis heute spürbare Nachwirken der beiden in Indonesien bekannten Dichter Johann Wolfgang von Goethe und Friedrich Schiller. Ebenso beinhaltet die Sammlung ein Poem Afrizal Malnas, in dem das Wort ‚Dada’ die dominierende Rolle spielt. Gemeint ist damit allerdings nicht nur die europäische Avantgarde-Bewegung von Anfang des 20. Jahrhunderts, das Wort hat darüber hinaus gehend diverse Bedeutungen in der indonesischen Sprache. Indirekt lassen sich unter anderen Einflüsse Friedrich Hölderlins, Rainer Maria Rilkes, Paul Celans, Arthur Rimbauds, Guillaume Apollinaires und natürlich William Shakespeares erkennen.

Trotz aller erkennbaren Parallelen, gibt es eindeutige Brüche mit der europäischen Tradition. Reim und Versmaß im ‘klassischen’ Sinne lassen sich nicht finden, was laut Berthold Damshäuser nicht zuletzt auf Eigenheiten der Bahasa Indonesiazurückzuführen ist: „ Die indonesische Sprache kennt keine Metrik und damit lassen sich auch keine festgefügten Metren finden“. Insofern erinnern die Gedichte mit ihrem oft sehr prosaischen Charakter am ehesten an moderne europäische Lyrik, wobei sich indonesische Gedichte neben der ungemein assoziationsreichen Sprache vor allen Dingen durch eine ihnen eigenen Rhythmik und Musikalität auszeichnen.

Die Themen der 223 Gedichte von 28 Lyrikerinnen der Anthologie Sprachfeuer reichen von Liebe und Einsamkeit über Gewalt und Politik bis hin zu Impressionen von Landschaft und Religion, wobei der Islam eine zentrale Rolle spielt. Mehr als 80% der Indonesier sind Muslime. Dabei stehen Gedichte mit eindeutig religiöser Thematik wie ‘Herr, wir sind uns so nah’ von Abdul Hadi WM neben Werken feministischer Prägung wie denen der Philosophie-Professorin Toeti Heraty. Auch die teilweise umstrittene Lyrikerin Dorothea Rosa Herliany, die Gewalt an, aber ebenso von, Frauen in ihren Werken anspricht, hat einen festen Platz in der indonesischen Lyrik-Szene. Manche Gedichte scheinen die Verhältnisse vor und um den Sturz des Suharto-Regimes 1998 zu beleuchten. Ein Ereignis, das in der kreativen Szene Indonesiens Veränderungen nach sich gezogen hat. „Seit dem Sturz ist die indonesische Literatur generell so frei, dass sie die Verhältnisse getreu abbildet“, beschreibt Berthold Damshäuser die Auswirkungen. Einige Poeme befassen sich außerdem mit der tropischen Landschaft und Vegetation des Äquatorarchipels in ihrer gesamten Abivalenz. Nicht selten geschieht das auf eine für europäische Leser zum Teil ungewöhnliche, aber gleichzeitig erstaunlich vertraute Weise.

Berthold Damshäuser empfiehlt für die Lektüre:  „Man sollte eigentlich nur auf den Text achten und vergessen, dass es ein indonesischer ist“. Das gelingt in den meisten Fällen sehr gut.

Leseempfehlungen: 

Sprachfeuer. Eine Anthologie moderner indonesischer Lyrik. Hg. Agus R. Sarjono und Berthold Damshäuser. 374 Seiten, regiospectra verlag berlin. ISBN 978-3940132741

Gebt mir Indonesien zurück! Eine musikalische begleitete Lesung moderner indonesischer Lyrik (in deutscher Sprache). Rezitation: Berthold Damshäuser, Musique automatique: Peter Habermehl. Gesamtspielzeit: 73:38:08. Audio-CD. Katalognummer: 01970101

1965ff. Die Gegenwart eines Massenmordes. Ein politisches LesebuchHg. Anett Keller für die Südostasien-Informationsstelle. 220 Seiten, regiospectra verlag berlin. ISBN 978-3940132680

Martin Jankowski: Indonesien lesen. Notizen zu Literatur und Gesellschaft. 195 Seiten, regiospectra verlag berlin. ISBN 978-3-9401-3266-6

Samar Yazbek: “Wir Syrer können den Konflikt nicht lösen”

Buchcover "Die gestohlene Revolution - Reise in mein zerstörtes Syrien" von Samar Yazbek

Wenn es ganz schlimm gewesen sei, habe sie sich vorgestellt, eine Romanfigur zu sein, erklärt die mehrfach ausgezeichnete syrische Journalistin und Autorin Samar Yazbek bei der Präsentation ihres neuen Buchs Gestohlene Revolution – Reise in mein zerstörtes Syrien im Rahmen des internationalen literaturfestival berlin. Das habe ihr geholfen, die lebensgefährlichen Situationen besser zu ertragen, in die sie bei heimlichen Reisen nach Syrien geraten sei.

Seitdem bei der letzten Reise ihr Begleiter, ein polnischer Journalist, entführt worden und ein mit ihr kooperierendes Medienbüro angegriffen worden sei, verzichte sie ganz auf Reisen in ihre Heimat. Die Situation im Land sei unerträglich, vor allen Dingen für Zivilisten. Verantwortlich dafür sei in erster Linie der IS. Es habe die Hoffnung gegeben, in den Gebieten, die die Aufständischen Präsident Assad entreißen konnten, einen neuen Staat zu errichten. Sie selbst habe mit vielen Frauen, meist Witwen getöteter Kämpfer, gearbeitet und versucht, sie zu schulen, um ihnen eine wirtschaftliche Perspektive zu bieten und insgesamt die Zivilisation wieder aufzubauen. Das sei jedoch nicht möglich gewesen. Der IS und andere Terrorgruppen hörten nicht auf, insbesondere zivile Opfer zu attackieren und machten damit jegliche Hoffnung zunichte.

Sie habe nicht den Eindruck, dass die Syrer selbst in der Lage seien, den Konflikt zu lösen. Wirklich etwas erreichen könnten nur die Großmächte. Eigentlich habe sie nur noch journalistisch arbeiten wollen, um die Situation dort etwa in Form von Interviews zu dokumentieren. Die Literatur sei in Syrien ganz weit weg und sie könne sich im Moment kaum vorstellen, dort jemals wieder an einen solchen Punkt zurück zu kehren. Aber sie wolle versuchen, über die Ereignisse in Syrien bis 2013 Zeugnis abzulegen und habe ihre Eindrücke in Gestohlene Revolution – Reise in mein zerstörtes Syrien festgehalten.

Mehr Informationen über Samar Yazbek gibt es unter: www.literaturfestival.com/archiv/teilnehmer/autoren/2013/samar-yazbek

Samar Yazbek: Gestohlene Revolution – Reise in mein zerstörtes Syrien. Deutsch von Larissa Bender.

“Erkennst du mich” von Andrea Bajani

Buchcover "Erkennst du mich" von Andrea Bajani

Wie lässt sich die Leere füllen, die ein Mensch nach seinem Tod hinterlässt? Andrea Bajani zeichnet lebendig die prägendsten Szenen von Leben, Sterben und Tod des krebskranken Antonio Tabucchi nach und lässt ein abwechslungsreiches und teilweise sogar sehr farbenfrohes Porträt des Schriftstellers entstehen. Dabei verwendet er immer wieder die direkte Rede, fast so, als hätte er einen Brief an seinen verstorbenen Freund verfasst.

Unsicherheit, wie mit der Situation umzugehen ist, dominiert die Trauergäste um den aufgebahrten Tabucchi. Auch nach seinem Tod “bewohnt” der bekannte Schriftsteller auf manchmal schwer zu fassende Weise die Leerstelle, die er hinterlässt. Da ist etwa das Flackern der Totenkerzen, das Tabucchi noch selbst zu steuern scheint sowie die Fotos oder Tonaufnahmen mit alten Interviews, die den Toten fast ganz unmittelbar zurück in die Mitte der Trauergemeinde holen. Dann ist da auch die Erinnerung an die gemeinsame Zeit mit Tabucchi, das Kennenlernen, seine Maskeraden und Zirkusnummern als Schriftsteller sowie im ‚echten’ Leben. Darüber hinaus schleichen sich Lesungen, Besuche in Tabucchis Haus und Wohnungen mit und ohne ihn oder an die vielen Telefonate, die teilweise sehr unvermittelt in die unpassendsten Momente hinein platzen konnten, zurück in das Gedächtnis. Deutlich ist auch immer noch der Eindruck, dass Tabucchi, mehr und mehr gezeichnet durch sein Krebsleiden, zunehmend launisch wurde.

Es bleiben aber auch die Momente lebendig, in denen Tabucchi als Schriftsteller dem jungen Kollegen Schreib- und damit auch Lebenshilfe geleistet hat. Später war diese Hilfe mit dem Gefühl verbunden, dass der Ältere an den Jüngeren ‚die Wörter‘ und ‚das ganze Vokabular‘ zu übergibt und Bajani sein berufliches Erbe antreten lässt. Es ist ein schweres Erbe, alles atmet immer noch Tabbucchis Präsenz und in manchen Momenten wirkt es, als ob er Bajani sogar nach seinem Tod wieder in die Schranken verweisen will. Dann sieht er Bajani gefühlt missmutig und sehr real aus einer Fotografie direkt in die Augen und scheint ihn verärgert anzupoltern, dass er sich in einem Haus befinde, das nicht ihm gehöre und er sich nicht zu weit in das fremde Terrain vorzuwagen habe.

Erkennst du mich von Andrea Bajani ist ein vielschichtiges Porträt, das deutlich macht, warum unter kein Leben ein Schlussstrich gesetzt werden kann.

“Liebespaare bitte hier küssen!” von Jess Jochimsen

Buchcover "Liebespaare bitte hier küssen!" von Jess Jochimsen

Auf dem Cover ist ein Tretboot vor herbstlicher Kulisse mit deutlich erkennbaren Gebrauchsspuren und der Ziffer ‘Zwei’ am Bug zu sehen. Es stimmt als Titelbild gut auf die folgenden Abbildungen des Fotobuches Liebespaare bitte hier küssen! von Jess Jochimsen ein. Danach sind viele Fotografien von Alltäglichem zu sehen, dessen äußeres Erscheinungsbild bereits etwas ramponiert ist. Dazu gehören etwa die staubigen Fensterrahmen, hinter deren Scheiben sich jedoch liebevoll gestaltete Gardinen und Dekorationen erkennen lassen oder dieAbflüsse, die vor gepflegten, wenn auch etwas heruntergekommenen, Hausfassaden ins Leere laufen.

Die allermeisten Abbildungen zeigen jedoch Hinweis- und Verbotsschilder, die überwiegend wohl unfreiwillig komisch auf Sex-Shops, Wellness, Geschäftliches, Religiöses oder Romantisches hinweisen. Da lässt sich erfahren, dass an manchen Orten offenbar Erotik-Artikel liquidiert werden, sich die “Fleischer-Innung Berlin” tatsächlich Patin einer Pflanze Namens “Leberwurstbaum” nennen darf oder dass sich eine Freiburger Firma zumindest laut Schild mit “ANALSANIERUNG” und “OHRABDICHTUNG” zu beschäftigen scheint. Natürlich fehlen auch zahlreiche Hinweise darauf, wer wie, wann, wo und unter welchen Voraussetzungen parken darf nicht – an vielen Orten ganz offensichtlich ein sehr kompliziertes und manchmal sogar bedrohliches Thema.

Die Fotos wirken alle wie mitten aus dem Leben gegriffen und bebildern immer wieder den einfallsreichen Umgang der Bewohner des ‘städtischen Hinterlandes’ mit ihrer wirtschaftlichen Not. Beispielsweise ziert die Tür eines leerstehendes Ladenlokals ein Schild mit der Aufschrift ‘KEIN RESTAURANT MEHR’. Ergänzend sind Zitate und kleine, von Jess Jochimsen selbst verfasste, Anekdoten eingefügt, die das Buch zu einer humorvollen und tiefgründigen Studie des Lebens jenseits der funkelnden Prachtstraßen macht.