Workshop Comic-Journalismus, Ausschnitt Comic

Workshop Comic-Journalismus

Die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) hat im März einen Workshop zum Thema Comic-Journalismus in Bonn angeboten. Es gab zunächst eine theoretische Einführung und dann haben wir im praktischen Teil des Workshops selbst einen Comic erarbeitet. Inhaltliche Vorgabe war, dass unsere Comics etwas mit der Stadt Bonn zu tun haben sollten.

Gemeinsam mit dem Zeichner Daniel Herrmann habe ich das Arithmeum in Bonn besucht. Hier wird die Geschichte der Rechenmaschinen von den ersten mechanischen Geräten bis hin zum modernen Computer in einer Dauerausstellung gezeigt:

Wir hatten dort nicht von ungefähr eine Begegnung mit Lady Ada Lovelace, denn sie gilt als erste Programmiererin überhaupt.  Exemplarisch haben wir das Erlebnis in unserem Comic festgehalten:

Hier den ganzen Beitrag zum Comic-Journalismus auf der Webseite des Deutschen Comic-Vereins lesen

Szene aus Moeder von Peeping Tom

Peeping Tom: Moeder

Die belgische Tanztheater-Kompanie Peeping Tom ist bekannt für ihre absurd-komischen Stücke. Dabei lassen sich auch immer viele Bezüge zur belgisch-niederländischen Kunst finden wie beispielsweise den flämischen Primitiven. Das Stück »Moeder« ist nach »Vader« der zweite Teil einer Trilogie, die mit »Kinderen« enden wird. Zuschauern wird nicht nur beste Unterhaltung mit viel Akrobatik geboten, es gibt auch einige ungeahnte Bezüge zwischen Kunst und Leben zu entdecken. Menschen erstarren zu tableaux vivants oder die Kunstwerke entpuppen sich plötzlich als erstaunlich lebendig.

Der ganze Text ist bei portalkunstgeschichte.de abrufbar.

Foto: Copyright Herman Sorgeloos

Szene aus Trilogie meiner Familie, Regie: Luc Perceval, Foto: Armin Smailovic

Wege in die Abstraktion

Im 19. Jahrhundert findet eine grundlegende Veränderung in der Malerei statt: Viele Künstler verlassen den gegenständlichen Malstil und wenden sich der Abstraktion zu. Oft ist diese Veränderung mit der Erfindung der Fotografie in Zusammenhang gebracht worden. Doch es gibt auch Wissenschaftler, die die Gründe vor allen Dingen bei einer veränderten Weltanschauung zu finden glauben.

Gerade ist diese Zeit wieder Gegenstand aktueller Kunst- und Theaterproduktionen. Eine Multimedia-Ausstellung in Berlin zeigt die unterschiedlichen Stile in der Malerei von Ende des 19. bis Anfang des 20. Jahrhunderts, die Ruhrtriennale inszeniert Dramen des Naturalismus und Symbolismus und eine Ausstellung in der Galerie Ludorff in Düsseldorf zeigt abstrakte Positionen, angefangen bei dem Bauhaus-Künstler Josef Albers bis in die Gegenwart. Die Wege in die Abstraktion lassen sich gut nachvollziehen.

Der ganze Text ist bei portalkunstgeschichte.de abrufbar.

Foto: Szene aus Trilogie meiner Familie, aufgeführt im Rahmen der Ruhrtriennale. Regie: Luc Perceval, Foto: ©Armin Smailovic

Gerhard Richter: Die Editionen, Bilddetail

Gerhard Richter: Die Editionen

Grundlage in Die Editionen sind Bearbeitungen von Fotografien, Drucken, Objekten, Gemälden oder Künstlerbüchern. Dabei lotet Gerhard Richter immer wieder die Schwelle dessen aus, was ein Bild zum Original und Werk macht. Welche Farbkombinationen sind ästhetisch reizvoll? Wie viel Zufall steckt in einer Komposition? Wann entsteht ein Werk, auf das sich das Urheberrecht beanspruchen lässt? In diesem Bemühen überschreitet er oft die Grenze zum Absurden. Da wirkt es nur passend, dass Richters Die Editionen potentielle Inspiration gleichermaßen für Künstler wie auch jeden Selfie-Fotografen zu sein scheinen.

Der ganze Text ist bei portalkunstgeschichte.de abrufbar.

Der blaue Montag: Puppenspieler Andreas Pfaffenberger

Der blaue Montag

Der Blaue Montag ist in Berlin eine Institution und das schon lange. Das ist ungewöhnlich in der schnelllebigen Stadt und allein schon deswegen etwas ganz Besonderes. Alle paar Wochen gibt es im Kabarett-Theater ‘Die Wühlmäuse’ eine neue Ausgabe des ‚lebenden Stadtmagazins‘, wie es auf der Internetseite des Blauen Montag heißt. Die Ausgabe der Erfolgsshow aus bissiger Satire und anspruchsvoller Akrobatik, die hier besprochen wird, ist immerhin 187. Ausgabe.

Womöglich hängt es damit zusammen, dass schon der erste Versuch, sich über den ‚Blauen Montag‘ zu informieren, etwas durchaus Einschüchterndes hat: Überall findet sich Lob, Lob und immer nur Lob. Der ‚Niebelungen Kurier‘ etwa nennt Arnulf Rating, den Initiator und einzigen ganz konstanten Mitwirkenden des ‚Blauen Montag‘, einen „Standpfeiler des deutschen Kabarett“. Des Weiteren schmückt sich das Blatt in einem Artikel mit dem Hinweis, wie gerne Rating die Niebelungen-Stadt Worms besucht und dem dortigen Theater einen Besuch abstattet. Selbst der MDR widmet Rating und seiner, bemerkenswerter Weise auch erfolgreich in die Stadt Frankfurt/Oder transferierten, Erfolgsshow ein rund einstündiges Radio-Feature. Insgesamt findet sich auf Ratings Internetseite eine lange Liste an Pressestimmen, die sich allesamt sehr positiv äußern, sowie einige Interviews mit durchgängig beeindruckend formulierten satirischen Pointen. All das erscheint besonders bemerkenswert angesichts der Tatsache, dass Rating seine Programmansagen im Rahmen des ‚Blauen Montag‘ meist mit bissigen Kommentaren über die Zeitungspresse versieht.

Überhaupt nicht eingeschüchtert wirkt hingegen das Publikum, das bereits frühzeitig und zahlreich erschienen ist. Man scheint sich rechtzeitig die besten Plätze sichern zu wollen, um ja nichts zu verpassen. Viele winken sich zu und unterhalten sich unverkrampft –  alles wirkt sehr familiär. Da überrascht es nicht, dass der ‚Blaue Montag‘ nicht nur das richtige Format für ‚alte Hasen‘ wie Philipp Sonntag oder Timo Wopp ist, sondern auch für Künstler, die gerade die ersten Schritte im Showgeschäft wagen.

Der Puppenspieler Andreas Pfaffenberger ist Absolvent der Hochschule für Schauspielkunst ‘Ernst Busch’ und an diesem Tag zum ersten Mal beim ‚Blauen Montag‘ dabei. „Das bemerkenswerteste an Andreas ist, dass er im Grunde alles singen kann. Das ist wirklich etwas ganz Außergewöhnliches“, erklärt mir Hanno Siepmann, der ihn während der Show am Klavier begleitet. Im Mittelpunkt des Stücks steht ein buckliger, grauhaariger Mann mit erstaunlich ausdrucksstarken und lebendigen Augen: Eine Handpuppe, geführt von Andreas Pfaffenberger.  „Oft spreche ich wirklich nur mit der Puppe, so echt wirkt der alte Mann auf mich“, erklärt Siepmann mit einem Schmunzeln. Er ist nicht nur Pianist und Komponist, sondern auch Schauspieler und Clown. Hier ein paar Videobilder vom Warmup vor der Vorstellung:

Hier geht es zum Video bei YouTube

Tatsächlich gelingt es Andreas Pfaffenberger auf der Bühne, die Puppe so sehr in den Vordergrund  zu rücken, dass sie alle Aufmerksamkeit auf sich zieht. Die sehr gut einstudierten Gesten lassen die Puppe von grotesk-eitel bis aufrichtig-gramgebeugt wirken, vor allen Dingen auch in Kombination mit Pfaffenbergers virtuosem Gesang. „Ich habe ein paar Semester in Salzburg Musik studiert“, erklärt Pfaffenberger, „davor habe ich während der Schulzeit in einem Chor gesungen. In Salzburg kenn fast jeder diese Arie, aber niemand würde auf die Idee kommen, mitzusingen“. Erstaunlicherweise legt Pfaffenberger seinem gramgebeugten alten Mann die Arie ‚O zittere nicht’ der Königin der Nacht aus Mozarts ‚Zauberflöte‘ in den Mund. Noch überraschender ist, dass der Gesang ‚aus dem Mund‘ der Puppe so authentisch klingt, dass ich das berühmte Stück erst einmal gar nicht erkenne. Aus Pfaffenbergers Sicht ist dieser Umgang mit der Arie naheliegend: „Wir nehmen die ‚Zauberflöte‘ und machen etwas ‚populäres‘ daraus. Das ist aus unserer Sicht legitim, weil es dem ursprünglichen Gedanken von Mozarts Oper entspricht’.

Rating, im schmierigen Nadelstreifen-Anzug und roten Lackschuhen, präsentiert an diesem Blauen Montag noch zahlreiche weiter Kuriositäten, meist vor einem politischen Hintergrund. Zu Hören ist von den ‚German Trombone Vibration’ als der mutmaßlich kleinsten Big Band der Welt und Produkt der extravaganten Spleens eines Superreichen. Platz im Programm des ‚Blauen Montag’ finden außerdem die Kommentare von Klaus Nothnagel, angepriesen als der ‚Florian Silbereisen des deutschen Kabaretts‘, zu Schnappschüssen von bekannten Orten in Berlin oder Daniela Böhles Schilderung eines Besuchs bei bayerischen Verwandten, bei dem unverständliches gegessen und gesprochen wird. Darüber hinaus knüpft ein außerordentlich akrobatischer Radfahrer an die von Rating ironisch heraufbeschworene ‚lange Tradition der SPD als ‚Radfahrer-Partei‘ an (siehe Video weiter unten) und verweist bei tosendem Applaus nur bescheiden auf den ‚Berlin ist Beste‘-Schriftzug auf seinem T-Shirt. Auch die grazilen Darbietungen der Trapez-Künstlerin Jana Korb und die ganz besonders beeindruckende Medizin-Ball-Akrobatik von Tatjana Konoballs, die sich allenfalls in diesem Video angemessen zeigen lässt, bringen das Publikum zum Toben.

Abschließend muss ich sagen: Auch für mich war es ein sehr unterhaltsamer und unvergessener Abend. Das sage ich ganz uneingeschüchtert. Meine Höhepunkte habe ich in folgendem Video zusammengestellt:

Hier geht es zum Video bei YouTube

Multimedia-Ausstellungen: Plakat zu Bosch. VisionsAlive

Inspirationsquelle Hieronymus Bosch

Warum beeinflusst die Inspirationsquelle Hieronymus Bosch immer noch aktuelle Kunstproduktionen? Bereits zu Lebzeiten war der Einfluss des Malers enorm. Er steht für einen Wendepunkt in der Kunst und hat viele seiner Zeitgenossen und Nachfolger maßgeblich beeinflusst. 500 Jahre nach seinem Tod gehört er immer noch zu den Malern, deren Bilder am häufigsten kopiert und gefälscht wurden.

Heute beziehen sich sogar Künstler aus dem Bereich Tanz und Performance wie Peeping Tom, Claire Cunningham oder Arnon Grünberg und Wunderbaum in ihren Produktionen auf die Gemälde Hieronymus Boschs. Ihre Stücke waren im Rahmen von Tanz im August und der Ruhrtriennale zu sehen.

Die ausführliche Analyse: portalkunstgeschichte.de 

Ishka Michocka: Baum-Foto

Ishka Michocka: Baum-Fotografien

(ki) ist der Name der Ausstellung und das japanische Zeichen für ‚Baum‘. Auf den Landschaftsfotografien von Ishka Michocka lassen sich die meisten Bäume allerdings nur vage erahnen. Die schwarz/weißen Landschaftsbilder bewegen sich an der Grenze zur Abstraktion. Sie erinnern an traditionelle asiatische Tuschemalerei, auch indem sie manche Details nur verschwommen darstellen. Der matte Silber-Gelatine-Druck hingegen lässt die Bilder besonders räumlich erscheinen. Dadurch entsteht ein interessanter Kontrast in der Wahrnehmung der Fotografien. Im Video sind Eindrücke aus der Ausstellung zu sehen, kombiniert mit Zitaten der Künstlerin.

Der ganze Text: portalkunstgeschichte.de

Hier geht es zum Video zur Ausstellung bei Vimeo

Der Schatten der Avantgarde: Gemälde "Le Lion" von Henri Rousseau

Der Schatten der Avantgarde

Mit dem Begriff ’naive Kunst‘, ‚outsider art‘ oder ‚art brut‘ werden Werke von Künstlern bezeichnet, die nicht Teil des etablierten Kunstbetriebs sind. Das Museum Folkwang stellt im Rahmen der Ausstellung Der Schatten der Avantgarde erstmals dreizehn dieser Autodidakten vor.  Nur Henri Rousseau gelungen ist, anerkannter Teil der professionellen Szene zu werden. Die Werke weisen viel Ähnlichkeit mit bekannten Avantgarde-Künstlern des 20. Jahrhunderts wie Pablo Picasso, Constantin Brancusi, Paul Gauguin, Emil Nolde oder Max Ernst auf und haben sie zum Teil nachweislich beeinflusst.

Die ausführliche Besprechung: portalkunstgeschichte.de 

Interview mit Falk Wolf, einem Kurator der Ausstellung:

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Ocupante von Grimanesa Amorós, Szene aus der Ausstellung

Ocupante

Die Multimedia-Künstlerin Grimanesa Amorós lebt in New York und arbeitet auf der ganzen Welt. Meist lässt lässt sie in ihren Arbeiten wie bei „Ocupante“ Geschichte und Aktualität verschmelzen. Im Allgemeinen beschäftigt sich die gebürtige Peruanerin auch mit der konkreten Situation am Ausstellungsort und lässt sich durch die gewonnenen Eindrücke für ihre Kunst inspirieren.

In Koblenz möchte Grimanesa Amorós vor allen Dingen auf die schwierige Situation von Flüchtlingen hinweisen. Mit einer Lichtinstallation, zwei Videos und einem geheimen Zimmer inszeniert sie ihre Sicht auf die aktuelle gesellschaftliche Situation.

Der ganze Text zur Ausstellung: portalkunstgeschichte.de 

Foto: Copyright Helmut Baier

Computergeschichte: Ada Lovelace-Ausstellung

Computergeschichte

Frauen werden nicht unbedingt mit großen Entwicklungen der Computergeschichte in Verbindung gebracht. Aber die erste Programmiererin überhaupt war eine Frau! Ada Lovelace ist daher die Patin der Ausstellung ‘Am Anfang war Ada’ im Heinz Nixdorf MuseumsForum, die zeigt, dass Frauen bis heute sehr wohl einiges mit Rechenmaschinen und künstlicher Intelligenz am Hut haben.

Mehr über die Ausstellung, Ada Lovelace und ihre Nachfolgerinnen: portalkunstgeschichte.de

Charles Babbage (1791-1871) war Mathematiker, Philosoph, Erfinder und politischer Ökonom. Er gilt als Erfinder der ‚Analytical Engine‘, einem Vorläufer moderner Computer. Regelmäßig ließ er Gäste wie Ada Lovelace seine Erfindungen ausprobieren. Darunter war auch die mechanische Tänzerin ‚Silver Lady‘, die heute wieder auf Knopfdruck unter den ‚Ohs‘ und ‚Ahs‘ des Publikums im Heinz Nixdorf MuseumsForum tanzt:

Hier geht es zum Video bei Vimeo