Das Rosinenbrötchen

Das Rosinenbrötchen oder: Es ist alles nur eine Phase von Maximilian Buddenbohm besteht aus mehreren kleinen Geschichten, die mit viel Humor von dem Familienalltag eines Vaters, seiner Herzdame sowie SohnI und SohnII erzählen. Ganz zu Anfang erklärt der Autor:

Natürlich macht man als Mann heutzutage bei allem mit, was die Kinder betrifft. Selbst wenn man berücksichtigt, dass es immer noch in den meisten Fällen die Mütter sind, die mehr Zeit mit den Kindern verbringen, sind die Männer doch längst keine ahnungslosen Ernährer mehr, die ratlos gucken, wenn ihnen abends zu Hause überraschend ein Kind über den Weg läuft. Nein, der Mann ist heute mit der größten Selbstverständlichkeit familiär engagiert und auch kompetent

Man ist als Leser dabei, wenn der Sohn am Morgen um kurz nach fünf Uhr seinen schlafenden Eltern die Geschichte von dem Helden ‘Hallamati’ vorträgt, der seien Mantel geschreddert habe, begleitet von einem Kinderakkordeon. Im Anschluss an die Darbietung will das Kind wissen, was die Geschichte eigentlich zu bedeuten habe:

Das Kind guckte mich fragend an, ich riss mich zusammen. Es ging schließlich um seine Bildung, hier war Einsatz gefordert. Der Heilige Martin also, im Prinzip eine immerhin einfache Geschichte von Mitleid. Er hatte einen Mantel, er hatte ein Schwert, der andere fror, Mantel geteilt. Geteilt, nicht geschreddert, übrigens. Voll nett. Ich sank zurück in die Kissen und machte die Augen zu. SohnI sagte: “Was?”

Als Vater hat man eben alle Hände voll zu tun. Man muss den Sohn in Modefragen und in Liebesangelegenheiten beraten, ihn pädagogisch wertvoll mit Lebensweisheiten versorgen und zum Babyschwimmen begleiten. Leider fühlt man sich dabei nicht immer so ganz Ernst genommen wie beispielsweise von der Kursleiterin, die sagt:

Ihr könnt mir gerne heute schon einmal sagen, welche Kurse ihr nächstes Jahr besuchen wollt. Ich schreib mir das auch alles auf. Und dann bespreche ich später mit euren Frauen, was wir wirklich machen

Aber als guter Vater bleibt man natürlich cool und steckt solche Missverständnisse locker weg. Das Rosinenbrötchen oder: Es ist alles nur eine Phase von Maximilian Buddenbohm ist ein sehr unterhaltsames Buch, das viel Spaß macht und sehr zu empfehlen ist.

Dornröschen interaktiv

Nach dem Fingertipp auf die App erklingt fröhliche Musik, am oberen Rand scheinen die rosa gezeichneten Rosen hin und her zu wehen und es regnen kleine gelbe Blüten auf das gekrönte Dornröschen interaktiv. Am lila Rand funkeln die Sterne. Ganz rechts blinkt  in einem kleinen golden verzierten Rahmen ein kleines Buch, das sich immer wieder auf und zu klappt. Nach einem Fingertipp auf das kleine Buch erscheint eine Zeichnung des iPads und es wird genau erklärt, mit welchen Klicks an bestimmte Stellen des Bildschirms welche Funktionen ausgeführt werden können.

Das Märchen wird mit vielen fantasievollen Bildern erzählt, die häufig an einigen Stellen animiert sind und sich durch bestimmte Fingertipps noch weiter in Bewegung setzen lassen. Zum Teil kann man als Leser regelrecht kleine Comicfilme vor- und rückwärts abspielen lassen und dabei auch die Geschwindigkeit bestimmen. Einige Effekte lassen sich auch durch Drehen und Rütteln des iPads auslösen.

Jeden Bildabschnitt begleitet die passende Textpassage. Mit einem Fingertipp kann man sich den Text auch von einem Sprecher vorlesen lassen. Alle Abschnitte sind mit Musik unterlegt. Dabei  gibt es nicht nur durch die zahlreichen Möglichkeiten, die Bilder zu bewegen, viel zu entdecken. In alle Zeichnungen hat der Zeichner eine kleine Maus versteckt, die sich manchmal nur finden lässt, wenn man die Bilder sehr genau betrachtet. Tippt man mit dem Finger auf die kleine Maus, erscheinen neue Bilder, die die Geschichte ergänzen.

Seit Wochen führen die Märchen der Gerüder Grimm die iTunes-Buch-Bestseller-Liste an. Die Dornröschen-App des Fischerverlags erzählt den Klassiker auf besonders vielseitige und fantasievolle Weise.

Das Vamperl

Das Vamperl ist ein kleiner Vampir mit einer ganz außergewöhnlichen Eigenschaft: An Stelle von Blut saugt er den Menschen das Gift aus der Galle und bewirkt so, dass sie alle freundlich werden. Nachdem er sich in einem Spinnennetz verfangen hat, findet ihn seine Ziehmutter Frau Lizzi und päppelt ihn auf. Nach und nach verliert sie ihre anfängliche Angst vor ihm und  befreit ihren Vamperl sogar aus den Klauen eines Professors. Der hat den kleinen Vampir wegen seiner Fähigkeit, die Menschen freundlich zu stimmen, gefangen genommen. Schließlich unterstützt Frau Lizzi ihren Liebling sogar bei der Suche nach einer passenden Vampirin, obwohl sie sich das Leben ohne ihn gar nicht mehr vorstellen kann. Insgesamt vier Bände der Vamperl-Geschichten, deren geistige Mutter die österreichische Schriftstellerin Renate Welsh ist, sind bisher erschienen.

Das Vamperl, Band 1 der Damperl-Serie, ist unter dem Titel Little Vampie auch auf Englisch erschienen. Vamperl soll nicht alleine bleiben und Wiedersehen mit Vamperl, Band 2 und 3, sind als App für das iPad erhältlich. Die App enthält nicht nur den Text der Vamperl-Geschichten, auf ein Fingertippen hin kann man sich den Text auch von einer Sprecherin vorlesen lassen oder selbst das Vorgelesene aufnehmen und wieder abspielen lassen. Die tollen Illustrationen von Heribert Schulmeyer begleiten den übersichtlich gestalteten Text und umrahmen ihn. Es lohnt sich, am illustrierten Rand des Textes auf Entdeckungsreise zu gehen, denn einige der Bilder bewegen sich, wenn man sie antippt.

Außerdem kann man die App auch als Puzzle und Malbuch verwenden. Nur mit den Fingern kann die Malvorlage mit unterschiedlichen Farben ausgemalt, natürlich jeder Zeit wieder korrigiert und gelöscht oder auch gespeichert und verschickt werden. Außerdem gibt es auch einen leicht verständlichen Text, der erklärt was man mit der App machen kann und wie es geht. So macht das Lesen noch mehr Spaß!